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Das war die Akademie für Kindermedien 06/07
Ein erfolgreicher erster Durchgang der neuen Akademie für Kindermedien liegt hinter uns. Im Oktober 2006 ging der Jahrgang mit einer Einführungs- und Qualifizierungswoche an den Start und fand im Mai 2007 den Abschluss in der Projektpräsentation.
Zehn Kandidaten hatten sich mit ihren Stoffen und Ideen qualifiziert. In allen drei Sparten durchliefen die Teilnehmer eine projektbezogene und individuelle Beratung: Den Bereich Spielfilm betreute die Dramaturgin Nicole Kellerhals, die Gruppe TV Serie der Autor Mario Giordano und im Bereich Interaktive Medien beriet der britische Experte für digitale Medien Richard White die Teilnehmer.
Bereits in der Einführungs- und Qualifizierungswoche im thüringischen Eyba erhielten die Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Projektvorschläge in Einzelgesprächen mit der Studienleitung und den Mentoren aller drei Fachgebiete zu diskutieren und dadurch neue Anregungen zu erhalten. Ergänzende Seminare lieferten den Kandidaten einen Überblick über den aktuellen Stand und die gegenwärtigen Trends der audiovisuellen, digitalen und interaktiven Kindermedien. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch erlebnisbezogene Angebote in der Gruppe, zum Beispiel dem bereits legendären Bogenschießen unter professioneller Anleitung.
Projektarbeit und Werkstattgespräche
Die Ergebnisse der Einführungs- und Qualifizierungswoche bildeten die Grundlage der Workshopwochen in Erfurt. Während in den drei Fachgruppen konzentriert an den einzelnen Projekten gearbeitet wurde, gaben regelmäßige Feedbackrunden aller Teilnehmer sowie Werkstattgespräche mit eingeladenen Autoren weiterführende Impulse. Im Rahmen dieser Werkstattgespräche standen vor allem bereits realisierte Projekte auf der Tagesordnung, beispielsweise der niederländisch-belgische Kinderfilm Ein Pferd für Winky, dessen Drehbuchautorin Tamara Bos im November in Erfurt zu Gast war.
Im Dezemberworkshop folgten Gespräche mit der Roman- und Drehbuchautorin Holly Jane Rahlens, Regisseurin Anna Justice und X-Filme Produzentin Maria Köpf, die Teile des Rohschnitts der im Sommer 2006 abgedrehten X-Filme-Produktion Max Minsky und ich präsentierten und Einblick in den Entwicklungsprozess gaben. Ergänzend dazu hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, mit dem deutschen TV-Drehbuchautor Christoph Darnstädt über seine Arbeit, sein Erfolgsrezept und die Arbeitsbedingungen in der Serienproduktion in Deutschland zu diskutieren. Kurz vor der Weltpremiere des 2006 abgedrehten Kinderkinofilm Blöde Mütze auf der Berlinale waren schließlich Produzent Philipp Budweg von der schlicht und ergreifend Filmproduktion und Dramaturgin Beate Völcker in der Akademie zu Gast.Ein besonderer Besucher der diesjährigen Akademie war die Australierin Helen Carmichael. Als Kreativberaterin arbeitete sie in Einzelgesprächen mit den Autoren noch einmal an Kernproblemen und Figurenkonstellationen der entwickelten Plots. In ihrer Arbeitsmethode Play of Life bilden ihre Gesprächspartner mit Hilfe von Spielfiguren und kleinen Objekten Konfliktsituationen nach, bis über die Visualisierung des Stoffes ein zufrieden stellender dramaturgischer Lösungsweg sichtbar wird.
Infoprogramm
Die Akademie für Kindermedien ist auch ein Forum öffentlicher Expertengespräche, die in Kooperation mit den Thüringer Hochschulen Bauhaus Universität Weimar, Technische Universität Ilmenau und der Fachhochschule Erfurt veranstaltet werden. Zu Gast war unter anderem der französische Designer, Musiker und Produzent interaktiver Programme Daniel Kapelian. Kapelian arbeitete als Chefredakteur bei InViso, als Produzent interaktiver Programme für das Nationalmuseum für Moderne Kunst in Paris, für Yves Saint Laurent sowie als Dozent an der Universität von Paris. Ferner konnte der schwedische interaktive Medienkünstler Robert Brecevic in Erfurt begrüßt werden. Unter Einbeziehung von bewegten Bildern und Filmclips entwickelt Brecevic Installationen, bei denen der Betrachter durch seine eigenen Bewegungen die Reaktionen der Figuren auf Bildschirmen beeinflussen kann. Als weitere Expertin für Interaktive Anwendungen kam die britische Interface Designerin Sue Ann Harkey hinzu. Sie war Art Director u.a. bei Wizard of the Coast und Dozentin für Design Software und Produktion an der School of Visual Concepts in Seattle. Paul Tyler von Gameware Media aus Kopenhagen stellte Bamzooki, die von ihm entwickelte und produzierte britische Cross-Media Entertainment Game Show für Kinder, vor.
Über diese inhaltlichen Schwerpunkte hinaus, fanden im Verlauf der ersten Workshopwochen zwei Informationsveranstaltungen statt, die die äußeren Bedingungen der Stoffentwicklung in den Blick nahmen. Über Fördermöglichkeiten von Medienprojekten in Deutschland informierte Margret Albers, Studienleiterin der Akademie, zusammen mit den Referenten der Mitteldeutschen Medienförderung Mario Fischer, zuständig für den Bereich Multimedia, und Britta Marciniak aus dem Bereich Kinderfilm. In Kooperation mit dem Verband Deutscher Drehbuchautoren erarbeitete dessen Geschäftsführerin Katharina Uppenbrink in einem Blockseminar mit den Autoren wesentliche Bestandteile eines Drehbuchvertrages. Zusätzlich informierte Frau Uppenbrink über wichtige Rechtsgrundlagen im Bereich Multimedia.
Praxis-Netzwerk
Die Akademie für Kindermedien steht für einen frühzeitigen Praxisbezug. Unter Realbedingungen und Anleitung der verantwortlichen Redakteurin des Kinderkanals, Tina Sicker, entwarfen die Autoren der Gruppe TV Serie einzelne Folgen für die fiktionale Serie krimi.de. Die Gruppe Interaktive Medien arbeitete eng mit Studenten der kooperierenden Universitäten zusammen. Von jeder Hochschule waren zwei Studenten aus den Bereichen Interface Design, Medienproduktion und Angewandte Informatik in die Workshops einbezogen und unterstützten die Projekte mit ihrem technischen und kreativen Know-How. Zusätzlich beschäftigte sich die Gruppe Interaktive Medien in einer praktischen Übung am Beispiel der Website von Ärzte ohne Grenzen mit der Optimierung eines interaktiven Medienangebotes für Kinder. Auch die Zielgruppe selbst kam in diesem Jahr wieder zu Wort. So konnten alle Autoren an einem Vormittag mit Schülern im Alter von acht bis sechzehn Jahren über ihre Projekte sprechen und dabei bestimmte Aspekte anhand der Reaktionen der Kinder und Jugendlichen überprüfen.
